ANKA SCHMID

Found Footage I-IX

Experimental film  2006, Digibeta, DVD, 6 x 1 bis 5 mins.

Image: Found Footage I-IX 

[Text available only in german:]

Found Footage I-IX sind eine Reihe konzeptioneller Videos, gefertigt aus Aufnahmen von Nachrichtensendungen des Fernsehens. Die verschiedenen Arbeiten sind formal sehr unterschiedlich und widmen sich unterschiedlichen Themen.

Found Footage I: Dizzywork

(Mensch & Maschine)

Die Fliessbandarbeiterin und ihre Maschine, dazu irritierend aufflackernd die Melodie einer Drehorgel. Eine kurze Irritation in der Schokoladenfabrik.

Found Footage II: Rondo Industrial

(Mechanisch & Organisch)

Fabrikarbeit im Rhythmus der Maschine. Organische Bewegungen verschmelzen mit mechanischen Arbeitsprozessen. Der Mensch als Teil eines industriellen Organismus. Erschreckend und faszinierend zugleich. Dazu eine Klang-Collage mit Realgeräuschen, Musikfragmenten und der Feststellung: «There is more than ever before.»

Found Footage III: Mister-World-Wahl

(Macht & Eitelkeit)

Gruppenbilder grosser Politiker. Oder: wie man sich hinstellt, so steht man. Ein amüsantes Theater der Eitelkeiten, Gockelkämpfe und Starallüren im assoziativen Vergleich mit Bildern von der «Miss World»-Wahl.

Found Footage IV: Shake Hands

(Diplomatie & Choreografie)

Tagesschau-Bilder von Hände schüttelnden Politikern von Walzermusik begleitet zum Reigen arrangiert. Betreten Damen das politische Parkett, mutieren steife Herren in Küsschen verteilende Gentlemen.


DirectorAnka Schmid
ScriptAnka Schmid
PhotographyArchives around the World
SoundKollektiv Marinka
EditingMarina Wernli
MusicKollektiv Marinka
Duration6 x 1 bis 5 mins.
FormatDigibeta, DVD
ProductionMano-Film mit Sternstunde SF DRS

[Text available only in german:]

«Im Trichterruf von Curschellas spüre ich eine starke archaische Kraft und gleich­­­zeitig eine aktuelle Dringlichkeit. Gerade heute, wo Zehntausende von Jugend­li­chen auf die Strasse gehen und für eine ressourcen-schonende Zukunft kämpfen, ist dieses Loblied von grosser Aktuali­tät. Da­bei ist mir wichtig, den Natur-Ruf sowohl lokal zu verorten als ihm auch ein mo­der­­nes Gesicht zu geben.

Insofern ist meine filmische Umse­tzung we­der ethnografische Dokumentation noch volkstüm­licher Kitsch, son­dern ein eigen­stän­diges audio-visuelles Werk, das die Dringlichkeit dieser „Naturbe­schwö­rung“ auf das Publikum übertragen will und zum Denken und Mit­sin­gen anregt.»